Langdistanz ist ihr Traum – Interview mit Nadin von Eiswuerfelimschuh

Eiswuerfelimschuh von Nadin aus Berlin gehört zu Deutschlands bekanntesten Sportblogs. Ihre Ausdauer beim Schreiben ist beneidenswert, ihre Motivation mitreißend. Wir haben mit der Triathletin und Läuferin über Training, Wettkampf und ihren Alltag gesprochen. Warum Yoga sie begeistert und japsend am Beckenrand zu stehen, ihr beim Schwimmtraining Glücksgefühle macht, das liest du in diesem Interview.

Hallo Nadin, erinnerst du dich noch an unser „erstes Mal“?

„Ja, das ist eine Weile her. 2011?“

Ja, das war kurz nachdem wir online gegangen waren. Wir haben uns damals sehr über das Feedback aus dem Social Web gefreut und du warst eine der ersten, die unsere Trainingspläne getestet haben. 

„Es war wirklich ein schöner Glücksfall, dass wir zusammengefunden haben. Auch ein Vorteil, wenn man ein Blog schreibt und die sozialen Medien benutzt.“

Ich trainiere unglaublich gern und bin sehr dankbar dafür, wie in meinem Leben alles zusammenpasst.

Nadin von Eiswuerfelimschuh
Nadin von Eiswuerfelimschuh. Schwimmt, fährt Rad, läuft und bloggt.

Können wir kurz über deine Motivation sprechen? Ist die anhaltend so hoch, wie es sich auf deiner Seite liest?

„Ich habe nie wirklich mit tatsächlichen Motivationstiefs zu kämpfen. Ich trainiere unglaublich gern und bin sehr dankbar dafür, wie in meinem Leben alles zusammenpasst.  Dennoch verlangen mein Körper und mein Kopf ab und zu einen Ruhetag – einfach einen Tag für mich auf dem Sofa. Das darf aber auch sein, beziehungsweise sollte so sein. Regeneration ist für mich genauso wichtig, wie das Training selbst. Sollte zusätzlich zum Ruhetag noch ein Tag nötig sein, weil ich einfach zu erschöpft bin, habe ich mittlerweile die Gelassenheit, das einzusehen und dem nachzugeben. So fällt es mir anschließend sehr viel leichter, mich den Rest der Woche zu motivieren. Schließlich hilft es letztlich auch nichts, unmotiviert irgendein schlechtes Training hinzustampfen.“

Womit besiegst du deinen inneren Schweinehund oder konntest du den inzwischen nachhaltig in die Flucht schlagen?

„Zum Glück sorgt auch euer Plan dafür, dass ich immer bei guter Laune bin und abwechslungsreich trainieren kann. Mir hilft es ungemein, dass ich so vielfältig trainiere. Von Laufen, Radfahren und Schwimmen über Stabi- und Athletiktraining bis zu Fitness und Yoga. Wenn ich zu irgendetwas mal wirklich gar keine Lust habe, gibt es immer eine Alternative.“

Wir bewundern deinen Trainingsfleiß und wir freuen uns jedes Mal, wenn du nicht nur gesund ins Ziel kommst, sondern sogar auf einem Triathlon- oder Laufpodest stehst. Worauf bist du besonders stolz?

„Ein Podestplatz ist natürlich wie Schokolade. Eine unglaubliche Belohnung für all das, was man im Training und letztlich im Wettkampf geleistet hat. Ich bin stolz darauf, mich zu verbessern. Dass ich über die Jahre immer wieder etwas erreicht habe, was ich mir gar nicht zugetraut habe. Hinzu kommt, dass ich es großartig finde, gut durch das Training zu kommen und es quasi nebenbei parallel zu allen anderen Verpflichtungen im Leben schaffe zu absolvieren. Aber besonders stolz bin ich darauf, wenn ich andere Menschen dazu motivieren konnte, mit dem Sport und vielleicht sogar mit dem Triathlon anzufangen – wenn ich für sie eine Inspiration bin, es einfach zu versuchen.“

Intervalle machen sowohl sehr viel Spaß, sind aber gleichermaßen die größte Herausforderung

Nadin trainiert mit einem MyGoal Trainingsplan Triathlon
Nadin trainiert mit einem MyGoal Trainingsplan Triathlon

Was hast du dir für 2016 vorgenommen?

„Ich möchte definitiv etwas Neues ausprobieren. Wo genau mich mein Weg hinführen wird, habe ich immer noch nicht entschieden. Dafür müssen noch einige Kleinigkeiten geklärt werden. Aber wie ich in meinem ersten Beitrag in diesem Jahr geschrieben habe. Ich möchte offener für Neues und vor allem für das sein, was mein Herz sich wünscht. Was schon einmal sicher ist, ist der BerlinMan Triathlon im September. Er hat einen absolut hohen Stellenwert in diesem Jahr und wird mein wichtigstes Ziel in der zweiten Saisonhälfte.“

Was macht dir im Training am meisten Spaß und was stellt für dich eine echte Herausforderung dar?

„Intervalle machen sowohl sehr viel Spaß, sind aber gleichermaßen die größte Herausforderung. O.k., vielleicht machen sie wenig Spaß. Aber das Gefühl im Anschluss ist großartig. Dennoch sind sie eine riesige Herausforderung. Es geht ja darum, aus seiner Komfortzone heraus zu gehen, egal bei welcher Sportart. Vielleicht beim Radsport am meisten, wenn ich tatsächlich auf der Straße unterwegs bin. Zum einen ist meine Leistungsgrenze dort sehr schnell erreicht. Zum anderen muss ich mich sehr konzentrieren, weil ich nicht wie beim Laufen allein auf der Bahn oder abgelegenen Straßen bin.  Schwimmintervalle sind eine Tortur. Dennoch finde ich es super, wenn sie auf dem Plan stehen. Am Beckenrand nach Luft zu schnappen und zu wissen, dass man das tatsächlich gerade gemacht hat, motiviert direkt für das weitere oder nächste Training. Was immer für Begeisterung sorgt, ist Yoga. Es ist sowohl entspannend wie auch fordernd. Richtig Freude kommt beim Stabitraining auf, wenn sich alles um die starke Mitte dreht. Was ich aber immer kaum abwarten kann, sind Treppentrainings und Tempowechselläufe auf leicht profiliertem Gelände.“

Wir werden oft gefragt, wie man Familie, Beruf und Sport am besten unter einen Hut bekommt. Wie machst du das?

„Natürlich muss irgendwie alles zusammenpassen. Die Unterstützung der Familie ist sehr wichtig, damit man ohne schlechtes Gewissen trainieren kann. Dennoch versuche ich so viele Einheiten wie möglich am frühen Morgen zu absolvieren. Ich habe dann schon zeitig am Tag das Gefühl, dass ich etwas für mich getan habe, bin aber so auch anschließend für die Familie da. Gleiches gilt bezüglich des Berufs. Ich habe das Glück, dass ich morgens auch mal eine Stunde später anfangen kann. Mit einem pünktlichen Feierabend sieht es bei mir aber eher schlecht aus. Auch deshalb spielt sich bei mir hauptsächlich das Training zu Tagesbeginn ab. Zum Glück liegt es in meiner Natur, zeitig aus dem Bett zu fallen. Wenn ich auf Reisen bin, passe ich das Training entsprechend mit euch an. Das ist auch einer der Vorteile des Plans, den mir Anke erstellt. Erst vor einigen Wochen musste ich wieder erfahren, dass eben Laufen nicht immer und überall geht. Also haben wir einige Trainings vor der Reise zusammengefasst und vor Ort nur einige Stabilisationseinheiten eingelegt.“

Was ist überhaupt der Grund dafür, dass du Ausdauersportlerin geworden bist?

„Einen bestimmten Grund gibt es dafür eigentlich nicht. Das hat sich über die Jahre einfach so ergeben. Seit meiner Kindheit war ich sportlich immer schon sehr aktiv. Der Sport konzentrierte sich aber meist auf schnellere Einheiten, als dass ich tatsächlich ausdauernd unterwegs war. Das lange Laufen habe ich erst mit 17 für mich entdeckt. Ich habe erfahren, wie wohl ich mich damit gefühlt habe. Vor allem bekam es mir und meinem Asthma sehr gut. Sechs Jahre später bin ich meinen ersten Marathon gelaufen. Ich konnte es mir einfach nicht mehr vorstellen, kürzere Distanzen zu absolvieren. Die habe ich dann erst wieder entdeckt, als ich mit dem Triathlon begonnen habe.“

Auch wenn das Training und mein Blog meine größten und leidenschaftlichsten Hobbys sind, bin ich persönlich mehr als nur das.

Nadin beim Ironman Triathlon Hawaii
Aloha – Im Herbst 2015 schickt Nadin Liebesgrüße aus Hawaii, wo sie von der Ironman Triathlon-WM berichtete.

Dein Sportlerleben ist öffentlich wie von kaum einem Hobbyathleten sonst. Was war bisher dein schönster Eiswürfel-Moment?

„Diese Momente ereilen mich immer wieder und das ist es auch, was mich besonders stolz macht. Ich bin immer sehr gerührt, wenn ich Nachrichten von anderen Athleten bekomme, die deshalb mit einer Sportart begonnen haben, weil sie meine Seite entdeckten. Gleiches gilt für Bloggerkollegen, die meine Seite gern lesen und deshalb ein eigenes Blog begonnen haben oder beginnen möchten.“

Hat das Bloggen auch eine Schattenseite?

„Es kostet sehr viel Zeit, was oft von außen gar nicht so wahrgenommen wird. Zudem hat man auch nicht selten einige Verpflichtungen, die ebenso selten gesehen werden. So fließt zum Beispiel bei mir sehr viel Zeit in eine gewisse Planung. Selbst wenn die Hälfte der Beiträge spontan entsteht, ist die andere Hälfte von langer Hand geplant. Der Spaß überwiegt natürlich. Es ist ähnlich wie beim Training. Manches macht man lieber, anderes wiederum nicht. Außerdem wird oft vermutet, dass alles was auf meiner Seite passiert und auf meinen sozialen Kanälen die komplette Person „Din“ von Eiswuerfel Im Schuh ausmacht. Tatsächlich ist es nur ein Bruchteil meines Lebens. Wenn ich zum Beispiel nur ein Mal die Woche ein Smoothie-Bild poste, dann heißt es nicht, dass ich nur diesen einen Smoothie getrunken habe. Oder wenn ich nur ein Trainingsbild zeige, heißt es nicht, dass ich sonst nicht trainiert habe. Auch wenn das Training und mein Blog meine größten und leidenschaftlichsten Hobbys sind, bin ich persönlich mehr als nur das.“

Vielleicht ein paar Stichworte für eine kurze Antwort. Darüber kann ich herzlich lachen:

„Der Klassiker beim Radtraining: an der Ampel stehen und sich nicht aus der Pedale ausgeklickt zu haben, gerade noch zu realisieren, dass man gleich umfällt, um dann ganz langsam in Zeitlupe am besten noch kreischend auf die Seite zu fallen. Oder nach Intervallen irgendwie seltsam sabbernd, halb kriechend auf der Bahn herumzutorkeln oder sich über ein Geländer zu lehnen, um mich kurze Zeit später riesig zu fühlen.“

Ein guter Trainingsplan führt mich genau dahin, wo ich hin möchte.

Nadin
Nadin präsentiert in ihrem Blog auch Trends in Sachen Sportmode und Ausrüstung.

Das nervt mich:

„Ganz knapp am selbst gesteckten Ziel vorbei zu schrammen.“

Mein Lieblingsessen:

„Ein richtig großer frischer Salat und Obst. Das geht tagtäglich.“

Igitt, das ess’ ich nicht:

„Fleisch.“

Mein größter Traum wäre mal:

„Die Welt noch mehr bereisen zu können. Eine Langdistanz zu absolvieren. Richtig surfen zu können… Es gibt einige große Träume, aber nicht den größten.“

Wer deinen Blog verfolgt, kennt auch dein Trainingstagebuch. Da werden auch wir immer wieder genannt und bedanken uns für die Empfehlungen. Als prominente Bloggerin bekommst du sicher sehr viele Angebote von anderen Trainingsplattformen. Was ist der Grund, mit uns zu trainieren und dafür jeden Monat Geld an uns zu überweisen?

„Ja, das stimmt. Diese Angebote sind aber immer nur für eine gewisse Zeit oder ein kurzfristiges Ziel. Ich habe damals aber nach einer langfristigen Lösung gesucht, die mit einer persönlichen Beratung zusammenspielt. Ich möchte mich nicht immer auf neue Trainer einlassen müssen. Außerdem weiß ich es sehr zu schätzen, dass ihr mich kennt, dass ihr ganz individuelle Trainingspläne zusammenstellt und dass ich auf alle Fragen auch kurzfristig Antworten bekomme. Selbst wenn ich von heute auf morgen wieder einmal unterwegs sein muss, kann ich meinen Plan von euch ändern lassen. Das schafft mir Freiraum für das, worauf ich mich beruflich und privat konzentrieren muss, aber auch die Sicherheit, dass ich weiter an meinem sportlichen Ziel arbeiten kann.“

Was erwartest du von deinem Trainingsplan?

„Dass er mich genau dort hin führt, wo ich hin möchte – mir aber auch gleichzeitig zeigt, was tatsächlich möglich oder unmöglich bzw. nicht anzuraten ist. Dass er mich weiterbringt und vielleicht auch ein Stück weit immer eine Naselänge vor mir ist, mich herausfordert. Von der technischen Seite her, dass er übersichtlich ist; dass ich nicht lange überlegen muss, was zu tun ist; dass er abwechslungsreich gestaltet ist und mich nicht langweilt, sondern Freude bereitet.“

Nadins Maskottchen
Hat schon viele Wechselzonen gesehen – Nadins Maskottchen, der blaue Bär.

Ist da eigentlich ein Maskottchen in deiner Sporttasche?

Es gibt ein Maskottchen, das mich sowohl immer auf Reisen als auch bei Wettkämpfen begleitet. Er nennt sich der King, ein blauer Bär aus Chicago, meiner absoluten Lieblingsstadt. Eigentlich ist er das Maskottchen der Chicago Cubs, eine von zwei Major League Baseballmannschaften der Stadt. Er ist mit vielen wunderbaren Erinnerungen verbunden und darf niemals fehlen!

Wir wünschen dir viel Erfolg für diese Saison und alle weiteren Vorhaben. Komm gesund ins Ziel!

Vielen lieben Dank auch an euch für die Unterstützung und die großartige Zusammenarbeit!

4 Gedanken zu “Langdistanz ist ihr Traum – Interview mit Nadin von Eiswuerfelimschuh”

  1. Ein sehr schönes Interview, mygoal-Team 🙂 Dass hinter Nadin’s Blog einfach irrsinnig viel Arbeit steckt, ist wohl jedem klar, der schonmal eine Zeile Text verfasst hat.

    Nadin, ich find’s zudem immer wieder wahnsinnig motivierend, wie Du das alles unter einen Hut (bzw. unter den EiswürfelImSchuh-Visor) bekommst.

    Auch die Themenvielfalt ist wirklich klasse, was ich als Nicht-Athletin mal hervorheben muss 🙂

    • Ganz vielen lieben Dank, Nath. Super schön, auch von dir hier an dieser Stelle zu lesen. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Ich freue mich immer sehr über das Feedback zu meiner Seite und werde auch hoffentlich in Zukunft möglichst viele unterschiedliche Themen, die mir am Herzen liegen, mit einbringen.

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