DNF – Aufgeben ist mehr Chance als Schmach

DNF – niemand will diese 3 Buchstaben hinter seinem Namen in der Ergebnisliste eines Marathons oder Triathlons lesen. Trotzdem ist beinahe jeder Ausdauersportler mal damit konfrontiert, dass er aufgeben muss oder gar nicht erst antreten kann. Wie kannst du damit umgehen? Wann ist Aufgeben unvermeidlich und was kannst du für die nächsten Wettkämpfe daraus lernen?

Was DNF heißt und was es wirklich bedeutet

Die wörtliche Übersetzung dieser fiesen Abkürzung ist den meisten Athleten geläufig:

  • DNF – Did Not Finish (nicht ins Ziel gekommen)
  • DNS – Did Not Start (ist nicht gestartet)

Jeder einzelne Name am Ende einer Ergebnisliste mit diesen Kürzeln steht für eine unerfreuliche Lauf- oder Triathlongeschichte. Das DNF bedeutet: hier hat es jemand nicht geschafft, musste aufgeben, hat sich mit Schmerzen geplagt oder war so weit vom selbst gesteckten Ziel entfernt, dass mental gar nichts mehr ging. Nur selten gibt jemand das Rennen auf, weil man sich spontan in eine Zuschauerin verliebt oder einfach zum Mittagessen eingekehrt ist. Es roch halt so gut…

DNF - Did not finish
Durchbeißen oder Aufgeben? Ein DNF ist manchmal unvermeidlich – aber auch sinnvoll.

Hier sind die guten Nachrichten zum DNF

Ein DNF oder DNS kann gesund sein

Aufgeben ist immer dann eine gute Entscheidung, wenn du damit Schaden von deiner Gesundheit abwendest. Der Schmerz ist ein wichtiger Verbündeter und schon deshalb ist es falsch, ihn schon am Start mit Tabletten zu betäuben. Dann bleib lieber zu Hause – DNS! Startgelder müssen nicht „abgelaufen“ werden. Verzicht ist die stärkere Entscheidung. Es gehört zu den dümmsten Mythen des Ausdauersports, dass der Wettkampf weh tun muss. Der Berlin-Marathon ist keine Versammlung von 40.000 Masochisten und beim Ironman Triathlon mag es um Grenzen der Leistungsfähigkeit gehen; aber die wolltest du doch im Training erst verschieben und dann starten, oder?

Aufgeben ist vermeidbar

DNF ist also eine Option, manchmal sogar eine Kluge. Das Rennen musst du jedoch nicht aufgeben, wenn lediglich die angepeilte Zielzeit aufgrund der Tagesform oder wegen einer Panne unerreichbar ist. Hier kannst – und solltest – du im Kopf den Schalter umlegen auf: „Jetzt erst recht!“ oder: „Ich komme gesund ins Ziel!“. Das geht nur, wenn du bereit bist für diese Entscheidung: Ich ziehe das Ding trotzdem durch. Die Zeit ist heute egal. Jeder Wettkampf ist (auch) eine Trainingseinheit.

Hier sind 5 Motive zum Weitermachen:

  • Ich habe einen Plan B. Der tritt ab sofort in Kraft. Weiter geht’s!
  • Im Ziel wartet sie oder er und auf dem Foto werde ich lächeln (können).
  • Mit diesem Wetter (Hitze, Kälte, Sturm) habe ich nicht gerechnet. Ich mache langsam aber sicher.
  • Eine lange Trainingseinheit kann auch nicht schaden. Hier und jetzt beginnt mein neues Training.
  • Mist! Hätte ich mich mit MyGoal Training® trainiert. 😉 Beim nächsten Mal habe ich einen persönlichen Trainer.

Der Plan B erscheint uns besonders wichtig. Wenn du ein Sekundärziel im Hinterkopf hast, fällt es leichter umzuschalten und mit einem späteren Ankommen im Ziel fast genau so glücklich zu sein. Je höher die Erwartungen sind, desto schwieriger ist es im Rennen zu bleiben. Wer beim Ironman Triathlon eine Altersklassen-Qualifikation für die WM auf Hawaii anpeilt, wird an diesem Punkt mental weitaus härter geprüft als ein Marathon-Einsteiger, der auf sein Finish selbst mit einer Stunde Verspätung stolz sein wird.

So oder so: Jede Niederlage wird zur Chance, wenn du schon unterwegs oder kurz nach einem DNF auf eine andere, positive mentale Ebene wechselst. Denn:

Erfahrung ist auch ein Gewinn

Egal ob du dich noch ins Ziel retten konntest oder tatsächlich ausgeschieden bist; dieses Rennen wird für dich ebenso unvergesslich bleiben wie das erste Finish. Wer dabei etwas über sich, die Effizienz seines Trainings oder mentale Fitness lernt, wird gestärkt daraus hervor gehen und beim nächsten Anlauf besser gerüstet sein. Eine Niederlage ist mitunter das beste Mentaltraining, wenn man die richtigen Schlüsse daraus zieht. Mach dir bewusst: Erfahrung ist das, was du bekommst, wenn du dein Ziel nicht erreicht hast. Sie birgt immer ein positives Moment.

Das Material ist selten schuld

Und noch ein Tipp: Schiebe dein DNF oder DNS niemals auf die Ausrüstung! Du hast diesen Laufschuh, diese Felge am Triathlon-Bike oder jene Riegel und Gels bewusst in den Wettkampf mitgenommen. Sie können nichts dafür, wenn das die falsche Wahl war. Die allermeisten Probleme lassen sich im Training simulieren oder ausschalten. Wer aufgeben muss, weil er den Wettkampf für Experimente mit neuen Schuhen, nie getragener Sportbekleidung oder unbekannter Nahrung genutzt hat, ist selber schuld.

Mentale Stärke zeigt sich erst jetzt: Im Umgang mit dem Scheitern.

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