Alpen-Cross mit dem Mountainbike – Interview mit Stefan aus Böblingen

Mit dem Mountainbike über die Alpen. Abseits der Massen-Events hat MyGoal-Athlet Stefan aus der Nähe von Böblingen (Baden-Württemberg) im Sommer 2013 seinen Traum von Urlaub erneut wahr gemacht. Lies im Interview, wie er sich vorbereitet hat und warum man jederzeit bereit sein muss, eine solche Tour auch abzubrechen.

Downhill Mountainbike
Stefan unterwegs in den Alpen. „Downhill ist Belohnung für den Aufstieg“

Stefan, wie oft hast du die Alpen schon mit dem MTB überquert?

Das erste Mal war 2001. Damals noch mit heute undenkbarem Material von Oberstdorf nach Riva del Garda. Danach waren wir voll infiziert und haben uns mit vernünftigen Rädern ausgestattet, meines fahre ich heute noch. Beim Zweiten, 2003 sind wir einer Tour Empfehlung von Hans Rey nachgefahren. Sicher unser heftigster Alpencross mit über 18.000 Höhenmetern und vielen Tragepassagen. Insgesamt 7 Touren und langsam immer weiter im Westen.

Man sollte alpine Erfahrung haben und bereit sein, bei schlechtem Wetter abzubrechen.

Beschreib doch bitte kurz mal eure Route von 2013.

Wir wollten schon lange eine Tour in den Seealpen machen. Es heißt das ist der einsamste und wildeste Teil der Alpen. Gestartet in Susa bei Turin und dann immer nahe an der Italienisch/Französischen Grenze bis ans Mittelmeer nach Ventimiglia. Die Orte dort kennt niemand abgesehen von Sestriere am zweiten Tag. In den Tälern hatte man oft das Gefühl, die Zeit wäre im Mittelalter stehengeblieben. Dörfer, die nur aus 10-20 Häusern mit Steindächern bestehen, Restaurants ohne Strom (Petroleumlampen auf jedem Tisch und ein offener Kamin in der Mitte), andere, auch große Dörfer, mit Straßen, die so schmal sind, dass nirgends ein Auto fahren kann. In den Bergen sieht man überall die Überreste der Weltkriege, viele Kasernen, Bunker, Batterien. Alles offen, überall kann man rein klettern und sich mit Schaudern in die Zeit versetzen.

Wie lang war die Tour insgesamt?

8 Tagesetappen mit im Durchschnitt 40 km und 1.700 hm. Auf einer Höhe zwischen 1.500 und 3.000 Meter mit meist sehr schwierigen und verblockten Trails bergab und manchen Trage- und vielen Schiebepassagen bergauf.

Stefans Bildergalerie vom Alpencross

Worauf kommt es an, damit eine solche Tour zum Erfolg wird?

Man sollte alpine Erfahrung haben und bereit sein, auch mal eine Tagesetappe bei schlechtem Wetter abzubrechen. Das richtige Equipment damit man auch mal ein paar Stunden im Regen oder Schneefall fahren/gehen/klettern kann. Die Mitfahrer sollten idealerweise sowohl hoch wie runter ähnlich schnell oder langsam sein und sich gut verstehen.

Vor Allem in den ersten 3 Tagen sollte man sich bremsen und nicht überpacen, dann wird man automatisch mit jedem Tag ein bisschen fitter und schneller.

Gute Reifen und Bremsen sind wichtig.

Du hast den Alpen-Cross mit einem Freund selbst organisiert, welche Tipps würdet ihr Nachahmern mitgeben?

Die Strecke sollte entsprechend dem Können und der Erfahrung gewählt werden. Es gibt unendlich viele tolle Möglichkeiten in den Alpen und mittlerweile auch viele Bücher, die einem Anfänger die ersten Schritte erleichtern. Bei uns war es damals Traumtouren Transalp von Ulrich Stanciu. Für die Ostalpen sicher immer noch das Beste. Ganz ohne alpine Erfahrung würde sich eine geführte Tour anbieten.

Wie organisierst du das spezifische Training? Nicht jeder hat einen alpinen Trail vor der Haustür, du auch nicht, oder?

Ich leider auch nicht, nein aber immerhin mit dem Schönbuch ein Gebiet vor der Türe wo es Anstiege bis 160 HM und viele Trails gibt. Wichtig sind ein paar sehr lange Tagestouren mit schwerem Rucksack, damit man seinen Körper, vor allem den Po an die Strapazen gewöhnt. Die machen wir normal im Schwarzwald. Außerdem hat es mir sehr geholfen, eine Zeit lang mit einem individuellen Trainingsplan von MyGoal zu trainieren. So gelang es mir auch besser das Training mit dem Rennrad und die MTB-Einheiten sinnvoll zu verbinden und nicht einfach drauflos zu fahren.

Welche Anforderungen muss das Bike erfüllen?

Eigentlich kann man mit guter Fahrtechnik mit jedem Bike vieles fahren. Gute Reifen und Bremsen sind wichtig. Je mehr Federweg, desto entspannter und schneller sind die Downhills. Je leichter das Rad desto entspannter und schneller sind die Uphills.

Ohne Sturz gab’s noch nie

Was war für dich am anstrengendsten und was war der schönste Moment?

Am anstrengendsten war der einzige Regentag, wir mussten die Räder viel tragen und es war richtig stürmisch und kalt. Beim abschließenden 1.300 Höhenmeter langen Downhill auf Singletrail waren wir dann echt froh als wir in der Hütte waren.

Einen schönsten Moment gab es nicht, es war vieles so beeindruckend. Toll war, dass die Downhills tatsächlich alle so außergewöhnlich gut waren wie von anderen beschrieben.

Kommt man da überhaupt sturzfrei durch?

Ohne Sturz gab’s noch nie, auch wenn man in den Alpen vorsichtiger ist wie daheim. Ein erste Hilfe Set mit Wunddesinfektion muss natürlich in den Rucksack und dieses Mal haben wir es auch zum ersten Mal benutzt: Ein Sturz auf Knie und Schulter mit ordentlichen Schürfwunden aber glücklicherweise nichts weiter.

Geht es wieder irgendwann über die Alpen?

Mal sehen. Diese Tour war nochmal etwas ganz besonderes und eigentlich ein schöner Abschluss für die Alpen. Die Pyrenäen und das Gebirge in Montenegro und Albanien würden mich aber noch für eine Tour reizen. Ob ich dafür Mitfahrer finde, ist aber fraglich.

Na dann Stefan, komm gesund ins Ziel!

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