Wenn das Training selbst zum Ziel wird – Interview mit Felix aus Frankfurt/M.

Felix aus Frankfurt am Main berechnet jeden Tag Risiken für eine Großbank. Den Finanzmathematiker aus der französischen Schweiz hat seine Leidenschaft für Zahlen ins Zentrum der europäischen Finanzwelt gebracht. Gleich vor der Haustür in Frankfurt startet er 2 Mal im Jahr bei Ausdauerwettkämpfen. Felix hat inzwischen eine ewige Startnummer beim Frankfurt-Marathon, Außerdem ist er seit 2014 jedes Jahr beim Triathlon Ironman Frankfurt dabei. Wieso er immer genau diese beiden Wettkämpfe macht und ob Risiken im Sport kalkulierbar sind wie im Finanzwesen, darüber haben wir mit ihm gesprochen.

Hallo Felix, wie lief die Saison 2019 für dich?
Die Saison 2019 lief grundsätzlich gut, ohne optimal zu sein. Auf der einen Seite bin ich ohne Zwangspause wegen Erkältung oder Verletzungen durchgekommen. Auf der anderen Seite war das 2019 mit beruflichen Herausforderungen verbunden, was viel Kraft gekostet hat und dadurch nicht ideal für das Training war. Außerdem sind einige lange Trainingseinheiten in der Marathonvorbereitung nicht so gut gelaufen, so dass ich schon die Hoffnung auf eine gute Zeit beim Marathon im Herbst aufgegeben hatte. Aber am Ende lief alles gut. Mit 3:05 h beim Frankfurt Marathon war ich sehr glücklich. Den Ironman im Sommer habe ich trotz Temperaturen bis zu 40 Grad gefinisht.

Wir waren selbst schon mehrfach in Frankfurt, sowohl zum Ironman Triathlon im Sommer, als auch zum Marathon Ende Oktober. Aber jedes Jahr vor der Haustür starten? Warum wird dir das nicht langweilig?

Für mich ist das Training das Hauptziel und nicht der Wettkampf selbst. Zwei Langdistanz-Wettkämpfe verteilt über das Jahr stellen sicher, dass ich regelmäßig trainiere, denn sonst bestehe ich die Wettkämpfe nicht. Dass ich in Bewegung bleibe und dadurch etwas für meine Gesundheit tue, ist mir wichtig. Ich bin überzeugt, dass die drei Sportarten des Triathlons zu den gesündesten gehören. Es fasziniert mich immer wieder, in der Ergebnisliste eines Marathons zu sehen, dass ein siebzigjähriger oder noch ältere Läufer ins Ziel gekommen sind. Ich wünsche mir, dass ich auch noch lange in der Lage sein werde, Marathon zu laufen oder Triathlon zu machen. Außerdem freue ich mich immer sehr auf den Wettkampftag, bei dem viele Zuschauer da sind und eine super Stimmung herrscht. Das allein macht mir Lust aufs Training.

Für mich ist das Training das Hauptziel und nicht der Wettkampf selbst.

Wie teilt sich ein Mathematiker das Rennen ein? Wir vermuten, dass du einen ganz genauen Plan hast.
Bei einem Ironman fehlt mir immer noch die perfekte Renneinteilung. Ich versuche, beim Schwimmen und Radfahren im grünen Bereich zu bleiben, um dann noch Kraft für den Marathon zu haben. Erst dann im Marathon kann ich besser einschätzen, wie es laufen wird. Wegen meiner längeren Lauferfahrung und der kürzeren Wettkampfzeit kann ich bei Marathon-Wettkämpfen besser planen. 3 Stunden ist seit Jahren meine grobe Zielzeit, die ich erreichen möchte. Die Trainingsperiode vor dem Wettkampf gibt mir gute Indizien darüber, ob diese Zielzeit zu optimistisch ist oder nicht. Darauf basierend, entscheide ich vor dem Wettkampf, welche Pace ich im Wettkampf verfolgen werde.

Jeder Läufer kennt die fiesen Rechenspiele im Kopf, die einen unterwegs ganz schön verrückt machen können. Wie ist es bei dir? Bist du ständig am Rechnen oder kannst du beim Sport den inneren Rechner auch mal abschalten?
Normalerweise kann ich beim Laufen sehr gut abschalten. Deswegen finde ich immer wieder gut, in der Mittagspause laufen zu gehen. Es passiert, dass ich beim Laufen weiter an die Arbeit denke aber eher auf eine entspannter Weise und manchmal finde ich sogar Lösungen zu einer Aufgabe während des Laufens.

Dein Beruf ist außergewöhnlich. Kannst du uns sagen, bei welcher Bank du im Risikomanagement arbeitest?
Ich bin Senior Model Risk Specialist bei der Deutschen Pfandbriefbank.

Interessant. Gib uns ein paar Zahlen aus deinem Leben! Fahrstuhl-Etage, in der du arbeitest?
Mein Arbeitsplatz liegt in der 2. Etage.

Stellen vor dem Komma, mit denen du jeden Tag zu tun hast?
Bis 10.

Stellen hinter dem Komma, mit denen eine Bank rechnet?
Bis zu 6.

Die beste Rendite für Sparer liegt zur Zeit bei?
Die beste kenne ich so nicht, aber viele Renditen liegen derzeit bei 0,0001 Prozent. 🙁 Das ist immerhin positiv. 😉

Gut, dann eben aus dem Sport: Bestzeit im Marathon?
2 Stunden, 42 Minuten.

Bestzeit beim Ironman Triathlon?
10 Stunden und 40 Minuten.

Wie viele hast du gemacht?

Ich habe 18 Marathon und 6 Ironman absolviert.

Felix beim Ironman Frankfurt
Felix beim Ironman Frankfurt am Main.

Wir versprechen mehr Struktur im Training. Allerdings haben wir den Eindruck, dass du selbst schon sehr strukturiert bist und sehr bewusst trainierst. Was ist der wichtigste Grund, dich schon über mehrere Jahre mit MyGoal Training für deine Wettkämpfe vorzubereiten?
Der Trainingsplan von MyGoal Training mit den monatlichen Updates und Gesprächen mit Anke motiviert beim Trainieren und ich muss nicht selbst überlegen, was ich jede Woche tun soll. Ich schaue mir den Plan für die nächste Woche an und organisiere meine Woche entsprechend, um so viele Trainingseinheiten aus dem Plan wie möglich absolvieren zu können.

Verrate uns bitte noch, warum Zahlen für dich so faszinierend sind!
Seitdem ich denken kann, habe ich Mathematik geliebt. Mathematik habe ich immer als die echte, reine Naturwissenschaft betrachtet. Sie basiert auf ein paar Axiomen, also Grundsätzen. Alles wird daraus auf logische Weise abgeleitet, ohne Ausnahmen oder Sonderfälle. Beim Sprachen lernen haben mich dagegen Ausnahmen, Sonderfälle und das Auswendiglernen immer genervt.

Danke Felix. Komm gesund ins Ziel!

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