So bleibst du fokussiert in schwierigen Zeiten

Home-Office, Quarantäne, Ausgangssperre – Ratschläge für das Leben mit der Corona-Pandemie gibt es reichlich. Aber was hilft dir wirklich? Warum die richtige Strategie für Training, Privatleben und Beruf immer individuell ist, zeigen die Fragen der MyGoal Athleten und die sehr unterschiedlichen Antworten, die wir jetzt darauf finden. Die folgenden fünf E-Mails von Läufern und Triathleten aus ganz Deutschland zeigen die ganze Bandbreite von niedergeschlagen bis voll motiviert. Wir möchten dir zeigen, wie du mit einer persönlichen Entscheidung und dem Rat eines Trainers, den inneren Kompass neu ausrichten kannst.

Motivation: Inneren Kompass wiederfinden, iStock Oleh_Slobodeniuk
Den inneren Kompass neu ausrichten – Finde in der Krise deinen eigenen Weg!

Zwischen Verunsicherung und Zuversicht

Wie geht es dir? Die aktuelle Situation stellt uns vor enorme Herausforderungen und lässt viele Fragen offen. Die Unsicherheit ist groß. Sportstätten werden geschlossen, das öffentliche Leben heruntergefahren, soziale Kontakte vermieden. Zu den Dingen, die wir selbst in der Hand haben, gehört unser Sport. Das Training ist sicherlich eingeschränkt, muss sich der Situation stark anpassen, aber irgendwas geht immer.

Bevor ich dir zeige, wie die MyGoal Athleten mit der Corona-Situation umgehen, etwas ganz allgemein zur Bedeutung von Sport in schwierigen Zeiten:

Tägliche Routinen helfen uns, unseren Alltag zu strukturieren und sorgen für Orientierung, Ablenkung und geben uns verlässliche Ankerpunkte. Sport kann so eine Routine sein. Ganz egal, ob kurze Programme für die Beweglichkeit oder eine ausgedehnte Laufrunde. Egal, ob Gymnastik, Yoga oder Ausdauersportarten. Wenn wir Bewegung, z.B. als Termin in unseren Alltag integrieren, dann haben wir etwas worauf wir uns verlassen und worauf wir uns freuen können. Das ist jetzt vielleicht wichtiger als sonst.

Stefan aus Böblingen: Wettkampflaune trotz Home-Office

„Plane den Marathon bitte trotzdem ein“, schreibt mir Stefan, nach der Absage seines Frühjahrs-Marathons. Er möchte ihn als Landschaftslauf trotzdem laufen und als Trainerin finde ich das einerseits einen tollen Entschluss. Andererseits läuft man 42 km besser nicht allein im Wettkampftempo. Also gebe ich ihm folgenden Rat: „Vielleicht kannst du dein Haus als Verpflegungspunkt mehrfach anlaufen. Teile dir die Marathonstrecke in mindestens 4, vielleicht sogar 8 Runden ein und nimm zusätzliche Verpflegung mit!“

Dem einen gelingt es also am eigentlichen Ziel festzuhalten. Anderen fällt im Home-Office die Decke auf den Kopf. Dann ist es vielleicht eine gute Idee, Laufen zu gehen. Du kannst dich von den Kindern auf dem Fahrrad begleiten lassen. Die Wettkampfabsagen steckst du am besten weg, wenn du eine bewusste Entscheidung triffst. Das kann auch bedeuten: „Im Herbst greife ich neue an“.

Katja aus Leipzig: Ärztin erwartet schwierige Tage

Aufgrund der Einschränkungen habe ich mit allen MyGoal Athleten besprochen, dass wir jederzeit auf Veränderungen reagieren können. In unseren App-Nachrichten, E-Mails und Telefonaten geht es natürlich immer wieder um Corona. Sie ist Triathletin, arbeit als Ärztin und kam gerade aus dem Urlaub zurück: „Wir waren in der Schweiz. Dort lief selbst der Notstand sehr vorbildlich. Und in den Geschäften wurde höflich Abstand gehalten. Der Übergang nach Deutschland war somit sehr befremdlich.“

Nachdem Katja sich hatte selbst untersuchen lassen, arbeitet sie wieder auf ihrer Station im Krankenhaus, wo man sich auf stark steigende Notfallzahlen vorbereitet: „Überall herrscht Unruhe. Charaktere verarbeiten dies verschieden. Ich persönlich sehe die Lage ernst.“ Und sie wiederholt den eindringlichen Appell dieser Tage:

„Wir müssen alle zusammen das Maximum dafür tun, um die Ausbreitung etwas zu verlangsamen.“

An Training wird kaum zu denken sein. Wir werden uns immer wieder neu abstimmen.

Kathrin aus Waren an der Müritz: Verunsicherung im Training

Für viele von uns ist Sport ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Da ist die Schließung von Schwimmhallen und die Absage von Wettkämpfen ein herber Einschnitt, auch wenn es zugegebenermaßen weitaus Schlimmeres gibt. Für mich als Trainerin ist es hilfreich, wenn ich die persönliche Situation verstehen kann. Dafür brauche ich so ehrliche Einschätzungen wie von Kathrin, die mir schreibt: „Tatsächlich bin ich bezüglich meines Trainingsplans total verunsichert. Die nächsten Höhepunkte sind alle weggebrochen. Keiner kann sagen, wann wieder Normalität eintritt.“

Nach einem zusätzlichen Telefonat haben wir uns entschlossen, die Lauf- und Radeinheiten vorerst uneingeschränkt beizubehalten. Anstelle des Schwimmens habe ich ihr und anderen Triathleten schwimmspezifisches Kraft- und Athletiktraining eingeplant. Die neuen persönlichen Programme für so viel Trockentraining möglichst abwechslungsreich zu gestalten, ist auch für mich eine neue Herausforderung.

Meike aus Hamminkeln: Nach Genesung voll motiviert

Glücklicherweise war es nur eine einfache Erkältung, die Meike schon vor einigen Tagen zu einer Trainingspause gezwungen hatte. Ich habe gestaunt, mit welchem Elan die sehbehinderte Läuferin nach vorn schaut. Meike schreibt mir, dass ihr Fitnessstudio geschlossen ist und hat selbst eine tolle Idee für ein zusätzliches Ziel im Trainingsplan: „Da Mrs. Sporty ja jetzt auch geschlossen hat, wollte ich dann mein Kraftraining nach zuHause verlagern. Vielleicht könntest du mir da für dienstags und donnerstags ein cooles Workout erstellen, womit ich hauptsächlich meinen Oberkörper trainiere. Mein Ziel ist es auch bis zum Sommer so 10-15 Klimmzüge am Stück zu schaffen“

Du kannst also auch mal ganz andere Ziele in den Blick nehmen. Und eine Herausforderung ist auch das, denn Meike ergänzt noch: „Bisher schaffe ich noch keinen einzigen Klimmzug :D“ – O.k. – also mehr Training für die Arme und Schultern!

Doreen aus Berlin: Erst mal sehen, was kommt

Wie allen anderen auch, habe ich Triathletin Doreen aus Berlin angeboten den laufenden Trainingsplan zu überarbeiten. Doch sie setzt ganz bewusst andere Prioritäten, was auch vollkommen in Ordnung ist: „So lange wir dürfen, bin ich mit dem Laufen draußen glücklich. Rolle ist auch da. Ich gehe flexibel und entspannt an den Trainingsplan und benötige, glaube ich, keine Anpassung. Wir müssen auch erstmal sehen, wie der Rhythmus unseres neuen Alltags wird.“

Gemeint ist die Herausforderung, dass beide Eltern im Home-Office sind und der Sohn nicht in den Kindergarten kann.

Fazit: Ich bin beeindruckt, wie meine Athleten mit der Situation umgehen und wir werden uns weiterhin täglich abstimmen, wie es im Training weitergeht. Ich wünsche mir, dass auch die Politik versteht, dass Individualsport, wenn er wirklich allein oder in sehr kleinen Gruppen mit Distanz zueinander gemacht wird, unbedingt erlaubt sein muss. Wir sind Menschen und die meisten von uns haben nunmal einen natürlichen Bewegungsdrang.

Diese Vorteile hat dein Sport (nicht nur) jetzt

Falls du Schwierigkeiten hast, deinen inneren Kompass neu auzurichten, dann mach dir bewusst, dass es gerade sehr vielen Menschen so geht. Du kannst darauf vertrauen, dass dir jede Art von Bewegung gut tut. Lass die ursprünglichen Ziele bewusst los! Setze dir neue, vielleicht ganz kleine Ziele, z.B. mehr Liegestütze schaffen, minutenlang in der Plank bleiben oder die Beweglichkeit verbessern.

Das bedeutet Sport immer und erst Recht in Krisen:

  • Du tust etwas für dich.
  • Du stärkst deine Muskeln, dein Immunsystem, dein Selbstwertgefühl.
  • Du hast Zeit, Gedanken zu sortieren und zu verarbeiten.
  • Du kannst besser mit Emotionen umgehen („mit Wut im Bauch läuft es sich besser“).
  • Du strukturierst deinen Alltag auch dann, wenn Gewohnheiten sich verändern.

Wie gesagt, das sind nur allgemeine Hinweise. Als Trainerin weiß ich, wie unterschiedlich Menschen auf schwierige Situationen reagieren. Wenn du einen persönlichen Rat suchst, dann schreib mir einfach eine E-Mail: anke@mygoal.de

Komm gesund ins Ziel!

Image Credits: iStock; Oleh_Slobodeniuk

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