Plan C tut es eben auch

„Liebes Knie wir beide schaffen das. Du trägt‘s mich ins Ziel und dannach werde ich dich schön pflegen. Du willst nicht? Okay ich geh mit dir ein Stück aber dann müssen wir noch ne Rund. 20 km haben wir noch vor uns.“

Dass ich überhaupt knapp 44km im September beim Eigenstock Marathon in‘s Augen fassen konnte, war nicht vorauszusehen. War doch ausdauerndes Laufen nie eine Option für mich im Jugendalter. Eher schon Ballsportarten. Basketball war ganz groß. Bis zum Jahr 2008. Da riss mein Kreuzband. Ohne OP, da div. Plastiken rein statistisch keinen Unterschied ausmachen, sportelte ich so vor mich hin. Irgendwie tat immer mal was weh und das Körpergewicht ging allmählich nach oben. 89kg standen bei 187cm zu Buche. Nicht wirklich dick aber vom Gefühl wars eben nicht meine persönliche Gewichtsklasse. Auch die benötigte Energie suchte ich tagsüber vergebens. 2012 wurde ich dann konkreter zu mir selbst. Ich begann meine Ernährung auf Pflanzen umzustellen. Yoga trat in mein Leben und machte es sich gemütlich.

Ich begann zu laufen. Um den Großteich von Deutschbaselitz waren stolze 5 km für mich zu absolvieren. Das tat weh, aber das Körpergefühl danach war herrlich (Das hat nichts mit Sadismus zu tun). Geflashed hat mich zu jener Zeit ein Schwarz-Weiß-Foto von Tony Krupicka. Ein halb nackter Typ der die Berge hoch und runter läuft. Wahnsinn, sowas wollt ich auch tun. Vielleicht erstmal aber ganz vorsichtig!? Am 31.12.2012 lief ich beim Silvesterlauf  im Wettbewerb der 6km auf den dritten Platz meiner AK. Mir brannte die Lunge, mir brannten die Muskeln und ich schlief ganz schnell gegen 22:00 Uhr ein. Aber dieser unverhoffte  Erfolg für mich war die beste Motivation weiterzumachen. Ich begann für die 10 bis 15 km zu trainieren. Das Gewicht purzelte (Heute bei stabilen 78kg), ich fühlte mich frei und meine körperlichen Beschwerden waren weg. Ich schloss sogar Rennen über 20 km ab. Wichtig für mich war immer irgendwie in der Natur zu laufen. Neben dem Rennen an sich, hat man selbst die schönsten Ausblicke, die ich mir vorstellen konnte. Natur, Laufen und Yoga. Das passte für mich.

Foto: Simon Pech, www.augen-futter.com
Michael Schiewack bei den 35 km vom Zittauer Gebirgslauf 2014, Foto: Simon Pech, www.augen-futter.com

Für das Jahr 2014 wollte ich gern einen Marathon laufen. Zur Unterstützung des Trainings fand ich das MyGoal-Team mit der Trainerin Anke Stefaniak. Dass meine ehemalige Mitschülerin mich mal coachen würde? Sachen gibt’s!?!
Und das war eine ganz wunderbare Idee mit MyGoal zu arbeiten. Gemessen an meinen Bedürfnissen und meinen zeitlichen Ressourcen bekam ich maßgeschneidert meinen Plan. Das Beste daran, ist vor allem der persönliche Kontakt. Wer denkt das soll jetzt Werbung sein hat völlig Recht. Wer Hilfe benötigt sportliche Ziele zu erreichen ist in meinen Augen dort genau richtig.

Also schmiedeten wir Pläne. Ich trainierte fleißig und lief ein paar Rennen. Mal persönlich erfolgreich, mal nicht. Ich war sportlich gesehen vorbereitet. Leider verdrehte ich mir im Sommerurlaub mein Knie. Ich hegte und pflegte es und es versprach ganz lieb zu sein. Na dann; es ging nach Eibenstock. Plan A war in geschmeidigen 4 Stunden zu finishen. Bei den 800 zu erlaufenden positiven Höhenmetern war das ganz realistisch. Ich begann ruhig und erklomm die ersten Steigungen. Bei Kilometer 20 hatte ich 2 Stunden benötig und fühlte mich gut. Die nächsten Kilometer meldete sich dann mein rechtes Knie und protestierte erstmals.

Hey Knie das schaffen wir zusammen. Ich nehm Tempo raus, versprochen. Schau mal, die anderen Gelenke und Muskeln wollen schließlich auch. Demokratisch gesehen bist du leider überstimmt. 

Es wurde nicht besser. Wandereinlagen, Gehpausen, Powerwalking und Tippelsschritte. Ich war sogar bereit Plan A zu verabschieden. Ich hatte schließlich noch welche. Plan B; der besagt in 5 Stunden anzukommen wurde nachgegangen.

Siehst du Knie, Plan B geht auch. Ja ich weiß, die Menschen überholen uns. Egal, schau mal wie schön das hier aussieht. Im Laufschritt bekommt die schöne Landschaft sogar noch eine Dynamik. Die willst du mir doch nicht vermiesen. Oder?

Leider wurde es kritisch Plan B einzuhalten. Ich überrede niemanden mehr und ging über zu Plan C. Einfach ankommen. Irgendwie ankommen. Den Plan D hieße; ins Ziel zu kriechen. Und das wollten weder ich noch mein Knie. Nach 5:18 Stunden erreichte ich das Ziel. Die Gemütslage war trübe bis zufrieden. Allerdings ist es schon gut zu wissen dass man sich 5:18 h in Bewegung halten kann und trotzdem nicht zusammen klappt.

Plan C tut es dann eben auch.

Meine Frau fand‘s natürlich toll, was ich wiederum toll fand. Bevor mir Gedanken kamen meine sportlichen Ziele zu relativieren meinte sie nebenbei:

Na dann läufst du nächstes Jahr den Marathon vom Rennsteiglauf. Da gewöhnt sich wenigsten dein Körper dran.

Also Team MyGoal; da haben wir noch was vor.

2 Gedanken zu “Plan C tut es eben auch”

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